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Friseurhandwerk: ver.di startet Berufsschul-Tour

Besondere Dienstleistungen

Friseurhandwerk: ver.di startet Berufsschul-Tour

Mehr Geld und allgemeinverbindlichen Tarifvertrag

Das Friseurhandwerk kann seit Jahren immer weniger Auszubildende für sich begeistern. Die Qualität der Berufsausbildung ist oft mangelhaft und die Vergütung viel zu niedrig. Deshalb startet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ab Montag (8. Mai) bis Pfingsten in Nordrhein-Westfalen eine Berufsschultour im Rahmen der Kampagne „Besser abschneiden“. Mit einem pinkfarbenen Bus will die Gewerkschaft auf über 31 Schulhöfen im Land unterwegs sein, mit Auszubildenden im Unterricht diskutieren und sie informieren. Ziel ist es, gemeinsam einen bundesweiten, allgemeinverbindlichen Tarifvertrag mit deutlich höheren Vergütungen für die rund 23.000, zu 87 Prozent weiblichen Auszubildenden zu erstreiten. In NRW sind allein 5.742 Auszubildende registriert.

„Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß davon auszugehen, dass Friseur/innen ihre Azubi-Vergütung mit Trinkgeld aufbessern. Hier geht es schließlich um ein qualifiziertes Handwerk“, erklärte die ver.di Fachbereichsleiterin in NRW, Andrea Becker. Ein Geschäftsmodell, das darauf basiere, dass Auszubildende von Sozialleistungen leben müssen, sei für die Betroffenen und für alle Steuerzahler nicht hinnehmbar.

Die NRW-Vergütungen für Auszubildende in dem Handwerksberuf betragen im ersten Jahr 437 Euro, im zweiten Jahr 555 Euro und im dritten Jahr 675 Euro. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung im Friseurhandwerk im Osten bei gerade einmal 269 Euro, im Westen bei 494 Euro monatlich. Das Ergebnis: rund 7.000 Ausbildungsverträge wurden vorzeitig gelöst.

Weitere Informationen zur Kampagne:
www.besser-abschneiden.info oder www.facebook.de/besserabschneiden